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Bleyen

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Das heutige Bleyen besteht aus den 4 Ortsteilen Altbleyen, Neubleyen, Drewitz Ausbau und Schaumburg. Neubleyen liegt zwischen dem kleinen Oderdeich und dem großen Oderdeich, im sog. Auge, ca. 500 m von der Oder entfernt. Bis zur Warthemündung sind es ungefähr 1.000 m. Die übrigen Ortsteile liegen vor dem großen Oderdeich auf dem der Oder-Neiße-Radweg verläuft.
Altbleyen

Um 1200 betätigte sich der Templerorden als Schrittmacher deutscher Siedlungen in Brandenburg. Im Jahre 1229 schenkte der Herzog von Schlesien als Herr des Landes Lebus dem Orden ein 300 Hufen (etwa 2.250 ha) umfassendes Gebiet am linken Oderufer zur Besiedlung. Darauf entstand die Komturei Lietzen, zu der auch Blewen (Bleyen) gehörte. Nach Auflösung des Templerordens fiel die Herrschaft an den Johanniterritterorden. In einem Verzeichnis der Besitzungen dieses Ordens von 1460 ist Bleyen enthalten. Als der Markgraf Hans von Küstrin im Jahre 1556 die Komturei übernahm, kam Bleyen zur Neumark. Von nun an war der Ort dem Amtshauptmann von Küstrin unterstellt Bleyen lag ursprünglich inmitten zahlreicher Oderarme. Die Bewohner waren auf Fischerei und Weidewirtschaft angewiesen. Durch den Bau eines Oderdammes von Reitwein bis unterhalb der Festung Küstrin konnte wertvolles Ackerland gewonnen werden. Trotz einer Verlängerung des Schutzdammes bis Kienitz war das Ackerland aber noch unzureichend geschützt. Unter der Herrschaft Friedrich Wilhelm I. wurden die Anlagen im Jahre 1717 verstärkt und erhöht. Der König betrachtete das neugewonnene Ackerland als sein Eigentum und befahl im Jahre 1723 "auf dem Bleyen" ein staatliches Vorwerk anzulegen. Im Jahre 1739 wurde der Landbesitz des Vorwerks durch den Austausch entfernter liegender Ländereien vergrößert und wurde ein königliches Domänenamt. 1824 erwarb der Regierungsassessor Lindenthal durch Erbpacht den Ort mit der dazu gehörigen Ziegelei. Damit wurde Bleyen Privatgut mit der Eigenschaft eines Rittergutes. Letzter Besitzer war Wilhelm Pahl. Im Jahre 1928 wurde es mit den Ortsteilen Neu Drewitz und Neu Schaumburg zu einer Landgemeinde mit dem Namen Altbleyen zusammengeschlossen. Altbleyen hatte im Jahre 1939 298 Einwohner. Mit den Kämpfen im Jahre 1945 um die Festung Küstrin führten die letzten Versorgungswege über Altbleyen in die Stadt. Der Ort wurde durch Kampfhandlungen teilweise zerstört.


Neu Drewitz und Neu Schaumburg
Alt Drewitz, östlich der Oder, heute Drzewice, gehörte 1451 dem Johanniterorden an, brannte 1717 fast völlig ab, wurde wieder aufgebaut und um 1730 dem Amt Bleyen zugeordnet. Nach der Trockenlegung des Oderbruches fielen an Drewitz westlich der Oder Ländereien, auf denen eine Kolonistensiedlung entstand. Die Ortsbezeichnung Neu Drewitz wurde erst um 1800 üblich. Alt Schaumburg, östlich der Oder, heute Szumilowo, wurde erstmals 1261 als Pudingnowe und 1460 als Schawenborch im Besitz der Johanniter bezeichnet. Die Herkunft des Namens könnte auf ein Bündel Schilfrohr zurückzuführen sein.


Neubleyen
Nach dem die Küstriner Stadtteile Lange Vorstadt und der Kietz auf der Insel zwischen Oder und Odervorflut 1814 von den Franzosen zur Verteidigung der Festung niedergebrannt waren, mussten sie wenig später die Festung aufgeben. Den früheren Bewohnern wurde der Wiederaufbau an der alten Stelle untersagt. So wurde Kietz weiter westlich aufgebaut und auch die Kuhbrückenvorstadt außerhalb der Insel errichtet. Nach 1820 bauten einige Bürger ihre Häuser weiter nördlich, an die Stelle der ehemaligen Magazine. Das war der Anfang von Neubleyen. Die dazugelegte Gemarkung umfasste nur 9,4 Hektar. Am 17. Mai 1939 hatte der Ort 228 Einwohner, die überwiegend in Küstrin ihrer Arbeit nachgingen.

Heute ist Bleyen ein idyllisch im Odervorland gelegener Wohnort, der mit seinem natürlichen Umfeld beliebter Ausflugsort für Angler und Naturfreunde ist. Die Gaststätte "Wagenrad" mit Pension und Campingplatz, die Heimatstube, der Bruchsee sowie die Radwege entlang des Oderdammes sind gern genutzte Ausflugsziele.


Das Wappen von Bleyen
Das Gemeindewappen wurde 1997 entworfen und durch das Landesinnenministerium genehmigt. In volkstymologischer Deutung des Ortsnamens wurde der Blei als redendes Motiv gewählt. Zugleich wird auf den Fischfang als traditionellen Erwerbszweig hingewiesen.


Veranstaltungen

09.06.2018
13:00 Uhr