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Hathenow

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Über Hathenow:
Auch Hathenow feierte im Jahr 2005 sein 600-jähriges Bestehen. Das ehemals zum Bistum Lebus gehörende Straßenangerdorf liegt an der B 112 zwischen dem Reitweiner Sporn und den Mallnower Bergen und gehört seit dem 01.01.2002 zur Gemeinde Alt Tucheband.

Das kleine Straßenangerdorf "Hathenow" wurde 1405 erstmals urkundlich als "Hattenow"erwähnt und war nur mit 20 Hufen ausgestattet. Im Jahre 1481 gehörte das Dorf einem Herrn Hackmann in Frankfurt (Oder). Von 1496 bis 1598 hatte der Bischof von Lebus seine Hand drauf. Danach war der Kurfürst und später der König Herr über Land und Leute. Den Besitz des Landesherrn verwalteten Ämter. Hathenow gehörte von 1598 bis 1731 zum Amt Lebus, von 1731 bis 1815 zum Amt Golzow und von 1815 bis 1872 zum Amt Sachsendorf. Die Untertanen waren verpflichtet mit einem Pferdegespann oder mit der Hand entsprechende Hofdienste auf den Amtsvorwerken zu leisten. Die Hathenower mussten das ganze Jahr hindurch sechs Tage in der Woche antreten, was im 18. Jahrhundert zu häufigen Beschwerden und Protesten führte.

Lehnsherr war bis 1598 der Bischof von Lebus. Es mussten jährlich 80 Groschen Bischofszehnt gezahlt werden. Die kleine spätmittelalterliche Kirche, ein verputzter Backsteinbau mit Granitfindlingen untermischt, bestand aus einem rechteckigen Langhaus und einer an der Ostseite im 19. Jahrhundert errichteten Sakristei. Besonders bemerkenswert war das weithin sichtbare geschwungene Maßwerkmuster am Ostgiebel der Kirche. Der später aufgesetzte quadratische verputzte Fachwerksturm mit Pyramidendach zeigte in der Wetterfahne die Jahreszahl 1794. Die Innenausstattung war einfach. Reste spätgotischer Glasfenster aus dem 15./16. Jahrhundert mit den Wappen derer von Beerfelde befanden sich auf dem Kirchenboden. Im Turm hingen zwei Glocken, davon eine mit spätgotischen Minuskeln. Zwei barocke, messingversilberte Leuchten mit der Inschrift "HATHNO 1720" zierten den Altar. 1848 erhielt die Kirche eine neue Orgel und andere Ausstattungsgegenstände. Die Kirche wurde 1945 schwer beschädigt, die Ruine 1957/58 beseitigt, so dass der Ort seine dörfliche Ansicht verloren hat. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde den Dämmen an der Oder große Aufmerksamkeit gewidmet. Alle Anlieger waren zur Mitarbeit verpflichtet. Doch die Hathenower hatten daran wenig Interesse, obwohl ihre Äcker und Wiesen in den vom Hochwasser gefährdeten Flurstücken lagen. Sie zeigten sich "sehr lässig", ihre Dammanteile auszubessern oder gar zu erneuern, wie ein Bericht von 1593 tadelnd erwähnt.

Während des Dreißigjährigen Krieges hatte Hathenow, wie so viele andere Dörfer in unserem Gebiet, ungeheuer zu leiden. Erinnert sei an die vom schwedischen General Wrangel veranlasste Durchstechung des Oderdammes. Es dauerte 40 Jahre, bis das Land wieder einigermaßen urbar gemacht werden konnte.

Bei einer Bestandsaufnahme und Landvermessung im Jahre 1687 wurde festgestellt, dass einige Dörfer, so auch Hathenow, einen "Upstall" hatten. Darunter verstand man eine Unterstellmöglichkeit für das Vieh auf freiem Feld bei Nacht. Diese Bezeichnung lässt auf friesischen Einfluss bei der Besiedlung im 13. Jahrhundert schließen. Um 1734 gab es in Hathenow eine Schmiede und etwas später einen Dorfkrug. Um 1830 versorgten zwei Wirtshäuser, ein Bäcker und drei Schneider die rasant wachsende Einwohnerzahl. Von 1818 bis 1864 vermehrten sich die Dorfbewohner von 202 auf 525 Seelen, das entspricht einer Steigerung um 160 Prozent. Um 1860 gehörten zum Dorf eine Windmühle und eine Rossmühle (Pferdegöpel). In drei Ziegeleien wurden Steine hergestellt. Das Geschäft florierte offenbar nicht sonderlich, denn um 1900 gab es nur noch eine Ziegelei und wenig später war davon auch nichts mehr zu hören. Die Bockwindmühle stand noch bis zum Zweiten Weltkrieg östlich der Straße Frankfurt (Oder)- Manschnow. Um 1929 bewirtschaftete Hans Adolf Schmelzer ein Lehngut von 251 Hektar und Albrecht Schulz-Wulkow ein Gut von 84 Hektar. Fünf Bauern bearbeiteten insgesamt 163 Hektar Land. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflation entwickelten sich Handwerk und Gewerbe. Um 1937 gab es in Hathenow eine Baumschule mit Gartenbau, eine Fleischerei, einen weiteren Gartenbaubetrieb, zwei Gasthöfe, eine Gemischtwarenhandlung, eine Mühle, eine Schlosserei, zwei Schuhmacher, einen Tischler und eine Wild- und Geflügelhandlung. (W. Michalsky)

Nach 1945 erfolgte die Besiedlung des Gebietes infolge der Bodenreform. 1956 wurde die LPG "Otto Nuschke" Hathenow gegründet. Diese ging in die LPG "Einigkeit und Frieden" Rathstock und später in die LPG "Edwin Hernle" Sachsendorf über. Heute bewirtschaftet die Landwirtschaft Golzow Betriebs-GmbH die Nutzflächen von Hathenow. Bereits zu DDR Zeiten war in den letzten Jahrzehnten die LPG Golzow alleiniger Agrarproduzent in Hathenow und den umliegenden Gemeinden.

Die Gemeinde Hathenow ist heute ein reiner Wohnort in der nach und nach neue Eigenheime durch Zuzüge aus Frankfurt (Oder) entstehen.

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