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Rathstock

Über Rathstock: In der Rathstocker Heimatstube ist nicht nur die 600-jährige Geschichte, des für den Gemüseanbau bekannten Ortes, dargestellt, einbezogen ist auch eine ständige Ausstellung über das Leben des Afrikaforschers Dr. Georg Hartmann, der Anfang des 20. Jahrhunderts eines der zwei in Rathstock ansässigen Güter bewohnte. Zu den örtlichen Vereinen zählen der Heimatverein "Oberes Oderbruch" und der Cabrio- & Roadsterclub Brandenburg... Der Ort Rathstock wurde als "Rotstok" im Jahre 1354 erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe seiner Geschichte änderte sich mehrmals die Schreibweise des Ortsnamen (1405 Rostok, 1460 Rathstock, 1624 Rottstock). Laut Brandenburgischem Namensbuch lässt sich der Ortsname Rathstock in zwei Varanten deuten: Entweder als Fußgabelung, als Stelle, wo sich zwei Gewässer trennen und nach verschiedenen Richtungen fließen. Oder als Überschwemmung, als breites Bett eines Flusses. Rathstock ist ein Straßenangerdorf (Dorfstraße mit Dorfaue) mit ursprünglich zwei Gutshöfen, die eng mit der Entwicklung des Dorfes verbunden sind. Im Jahre 1608 werden zwei Rittersitze der Familie von Burgsdorff benannt. Das Wappenbild der Gemeinde orientiert sich am Wappen der Familie Burgsdorff, die nachweislich von 1450 bis 1808 Gutsherren in Rathstock waren. Ihr Familienwappen waren zwei rote Pfähle auf silbernen Grund, die von einem blauen Balken überdeckt wurden. Der blaue Schildfuß des neuen Rathstocker Wappens weist auf die Lage im Oderbruch und zugleich auf den Ortsnamen hin. 1864 existieren im königlichen Anteil Rathstocks ein Chausseegeldeinnehmerhaus, eine Ziegelei, eine Zuckerfabrik und eine Windmühle. Um 1880 bestand das Dorf aus dem Gemeindebesitz mit königlichem und adligem Anteil sowie den beiden Rittergütern "Adlig Rathstock" und "Königlich Rathstock". 1928 wurde der Gutsbezirk "Adlig Rathstock" mit der Gemeinde Herzershof und der Gutsbezirk "Königlich Rathstock" mit der Gemeinde Rathstock vereinigt. Um 1900 bestand Rathstock aus 55 Häusern und einer Getreidemühle, 1931 waren es 65 Wohnhäuser mit 132 Haushaltungen. 1931 ist Rathstock Landgemeinde mit den Wohnplätzen Neu Rathstock, Rathstock Chausseehaus und Rathstock Vorwerk. Den südlichen Gutshof kaufte 1865 der Landwirt Amtsrat Adolf Schmelzer, der seine Güter mit großer Umsicht führte und als "König des Oderbruches" in die Geschichte einging. Seine besonderen Verdienste lagen im Anbau und der Vermarktung von Zuckerrüben. Nach dem 1. Weltkrieg ging der Schmelzersche Besitz in Rathstock durch Heirat an den Baron von der Golz, der das Gut bis zum 2. Weltkrieg bewirtschaftete und im Herrenhaus wohnte. Das nördliche Gut erwarb 1908 der Kolonialpolitiker und Afrikaforscher Dr. Georg Hartmann . Er wohnte hier bis 1939. Vom nördlichen Gutsbereich ist heute nur noch der Gutspark erhalten. Der südliche Gutsbereich, der aus landwirtschaftlicher Sicht der bedeutungsvollere war, ist in seiner ursprünglichen Form auch im heutigen Siedlungsbild noch nachvollziehbar. Das Gutshaus wurde wieder aufgebaut und befindet sich zur Zeit in der Rekonstruktion. Es beherbergt heute eine Gastwirtschaft und die Gemeinderäume. Erhalten geblieben sind auch ein Speichergebäude, die Schlosserei, der Eiskeller und die Pferdeschwemme. Im Bereich des Gutshofes entstanden ein Neubauernhaus und die Schule, das heutige Gemeindezentrum, im Parkbereich. Das ehemalige Gutsherrenhaus ist auch heute noch ein dominierendes Gebäude und bildet den baulichen Abschluss des zentral gelegenen Gutshofes, der heute als neu gestalteter Dorfplatz das Ortsbild prägt. Ein sehr typisches Merkmal für Rathstock sind die ehemals den Gütern gehörenden Wohnbauten in der Lindenstraße (Gänsekietz" und "Goldenes Viertel") und in der Sachsendorfer Straße ("Schnitter- und Polenkaserne"). Im Zuge der Bodenreform entstanden Anfang der ´50er Jahre sogenannte Neubauernhäuser, die die ursprüngliche Struktur des Ortes veränderten. Die 1770/71 in schlichten Spätbarockformen erbaute Kirche wurde ebenfalls 1945 zerstört. Im Frühjahr 1997 wurden unter Einbeziehung der Dorferneuerungsplanung die noch verbliebenen Reste der Kirche freigelegt und durch gestalterische Elemente der ehemalige Kirchsaal aufgewertet. Ein herrlicher Platz zum Verweilen entstand.