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Golzow Ort der "Kinder von Golzow"

Ortsstele in der Dorfmitte

Die Gemeinde Golzow liegt 10 km östlich der Stadt Seelow an der B1. Durch die Gemeinde verläuft die Landesstraße 33. Vom 12.-14.09.2008 beging Golzow die Feierlichkeiten seines 700jährigen Bestehens. Golzow ist heute bekannt durch den Gemüseanbau und natürlich durch die Langzeitdokumentarfilmreihe "Die Kinder von Golzow". Am 28.10.2013 beschloss die Gemeindevertretung auf den Ortstafeln die zusätzliche Bezeichnung "Ort der, Kinder von Golzow" aufzunehmen.

Größe: Einwohnerzahl: 990
Fläche: 1.715 ha


Wappen:

Wappen der Gemeinde Golzow

Das 1998 vom Landesinnenministerium genehmigte Gemeindewappen geht auf ein Siegel der Besitzerfamilie Rehfeld des Gutes Golzow zurück. Der eigentliche Ursprung des dargestellten Hahnes auf einem Dreiberg ist nicht bekannt. Bereits im Jahre 1938 gab es seitens der Gemeinde Golzow das Bestreben, die Darstellung als Wappen zu führen. Mit Beschluss vom 24.03.1998 setzte die Gemeindevertretung dieses Anliegen um, da das Wappen in den letzten Jahrzehnten immer wieder verwendet, jedoch nie als solches bestätigt wurde.


Geschichte:
1252 tritt Golzow zum ersten Mal in der Geschichte unserer Heimat

        hervor. In diesem Jahre wird es im Besitze des Bistums

        Lebus erwähnt.
1. April 1308 erste urkundliche Erwähnung von Golzow "villam

        Gholsow" Markgraf Waldemar, der bis 1308 Lehnsherr war,

        verkauft Golzow an das Bistum Lebus für 350 Mark

        brandenburgischen Silbers
1405 14 Hufen1 , davon hat der Lehnschulze 2 Hufen, 12 Gärtner
1425 der Bischof verpachtet den Einwohnern 2 Seen
1496 werden erwähnt: 67 Türkensteuerpflichtige 2(23 mit ihrer Frau,

        4 noch mit ihrem Sohn, 1 Frau,

        die des Richters, 17 Söhne, 8 Töchter, 9 Knechte, 1 Magd)
1598 seit 1598 gehört Golzow dem Kurfürsten bzw. dem König;

        Lehnsträger ist der Bischof Golzow wird Königliche Domäne

        (Staatsgut)
1618 - 1648 Der Dreißigjährige Krieg hatte verheerende Folgen für

        die Oderbrüchler. Mord, Plünderungen und Ausraubungen

        brachten Hungersnöte und Seuchen mit sich. In den Dörfern

        starben unzählige Menschen. Es dauerte mehr als 100 Jahre,

        bis die Einwohnerzahlen wieder wie vor dem Kriege war.
1643 bis 1649 wird Golzow an von Burgsdorff verlehnt
1649 kauft der Kurfürst der Mark Brandenburg das Dorf Golzow und

        seine Gemarkung
1654 die Ritterhufen werden beim kurfürstlichen Vorwerk gebraucht,

        6 Einhüfner haben 6 Bauernhufen, 11 Kossäten, 2 wüste

        Kossäten, 1 Schäfer, 1 Hirte, 1 Schmied, 5 Paar Hausleute
1660 Golzow geht von der kurfürstlichen Amtskammer an das Amt

        Lebus über
1675 Die Oderdämme waren vom Dreißigjährigen Krieg so stark

        beschädigt, dass bei dem Hochwasser im Oderbruch schwer

        beladene Kähne bequem bis Tucheband fahren konnten.
1731- 1815 Golzow bekommt ein Amt mit 6 Vorwerken dann geteilt in
        a) Amt Sachsendorf (1815 - 1839) und Amt Friedrichsaue

            (1839 - 1872)
        b) Vorwerk wurde veräußert und in landtagsfähiges Rittergut

            umgewandelt
1734 Golzow zählt 588 Einwohner; 5 Bauern, 14 Kossäten, 39 Büdner,

       18 Hausleute, 1 Müller, 1 Schmied, 5 Leineweber, 4 Schneider,

       2 Zimmerleute, 1 Schäfer, 8 Hirten, 151 Frauen, 34 große Söhne,

       30 große Töchter, 90 Söhne und 75 Töchter unter 10 Jahren,

       66 Knechte und 44 Mägde; 14 Hufen

1736  Golzow wurde vom Oderwasser überschwemmt

1740  Das ganze Dorf mit Kirche, Pfarre und Schule ist abgebrannt

         Nach dem Brande wird nach einem Plan von Friedrich II. die

         Kirche neu aufgebaut.

1770  das halbe Dorf nebst Pfarre ist abgebrannt

1778  6 Einhüfner (Schulze), 14 Kossäten (jeder hat 1/2 Hufe),

         27 Hausleute (1 nicht besetzt, 1 Tischler, 1 Schneider,

         1 Zimmermann, 1 Kanonier, 1 Grenadier, 5 Büdner (alle

         Leineweber), Erbbraukrüger, Schmied), 6 Paar und 16 einzelne

         Einlieger)

28. April 1778  Die Oderdämme brechen an sechs Stellen und ließen

        Golzow und alle anderen Orte im Oderbruch in einen riesigen

        See verwandeln.

1791 Golzow zählt 585 Einwohner

1794 In Golzow herrschen die Cholera und andere Krankheiten sowie

        eine schreckliche Viehseuche.

1798 Golzow zählt 505 Einwohner

1801 Dorf und Amtssitz Vorwerk:

        576 Einwohner, 64 Feuerstellen 6 Ganzbauern, 13 Kossäten,

        20 Büdner, 36 Einlieger, verschiedene Handwerker, Schmiede,

        2 Krüge, 14 Hufen

1815 das Rittergut geht an die Familie Rehfeld über; erster Besitzer

        ist Johann Philipp Rehfeld

1816/17  Vermessung der Feldmark durch Regierungsconducteur Stutt
         Die Hofstellen der Bauern, die bisher im Dorf lagen, wurden jetzt

         auf ihre Grundstücke verlegt bzw. durch Lose neu vergeben.

        (heutige "Loose") Die Bauern bauten sich dort recht stattliche

         Wirtschaften auf.

1818  königliches Dorf und adliges Vorwerk; 72 Feuerstelle

1831  1 Fleischer, 6 (1 Gehilfe bzw. Lehrling) Schuhmacher, 1 Riemer

         und Sattler, 1 Seiler und Reepschläger, 9 (1  Gehilfe bzw.

         Lehrling)Schneider, 2 (Gehilfe bzw. Lehrling) Zimmerleute,

         2 Tischler, 3 (1 Gehilfe bzw. Lehrling) Rade-und Stellmacher, 3

         (1 Gehilfe bzw. Lehrling) Böttcher, 5 (2 Gehilfen bzw. Lehrlinge)

         Schmiede, 1 Ziegelei, 1 Windmühle, 7 Webstühle in Leinen,

         2 Krämer mit Kurzwaren, 4 Viktualienhändler,

         1 herumziehender Krämer, 2 Krüge, 1 Musikant, 47 männliche

         und 30 weibliche Dienstboten

1834  Fertigstellung des Schulhauses (2 Stockwerke, 3 Klassenräume,

         3 Lehrerwohnungen)
         bis 1851 zweiklassig, dann dreiklassig
         ab 1868 vierklassig, 4 Lehrer

1834  Eine Aktiengesellschaft baut die Chaussee von Küstrin nach

         Wriezen, die ab 1874 Kreischaussee ist.

1838  Durchbruch des Oderdammes; das Mitteloderbruch wird

         überschwemmt

1840  Das Dorf hat 2 Windmühlen und 1 Rittergut,

         112 Wohngebäude, 1187 Einwohner

1845  Der einschiffige Ziegelputzbau der im 18. Jahrhundert erbauten

         Kirche wird durch zugefügte Anbauten zur Kreuzform

         umgestaltet.

1851  Der Kriegsverein wird gegründet (54 Mitglieder). Commandeur:

         Leitner, Schriftführer: W. Friedrich

         Gründung des Verschönerungsvereins (23 Mitglieder)
         Vorstand: Rittergutsbesitzer Rudolf Rehfeld, Maler Weiland,

         O. Goldbach, Kassenverwalter: Apotheker W. Litzig

5. Dez. 1855 Einweihung der umgebauten Kirche

27. Nov. 1857    Eröffnung der Apotheke, Gründer und Besitzer

         W. Litzig

1864  Im Dorf und Rittergut gibt es 2 Windmühlen, 1 Ross- und

         1 Dampfmühle, 1 Chausseegeldeinnehmerhaus, 44 ausgebaute

         Ackerwirtschaften, im Dorf: 107 Wohn-, 9 gewerbliche und 293

         steuerfreie Gebäude, auf dem Rittergut: 16 Wohn-,

         3 gewerbliche und 22 steuerfreie Gebäude Aufbau einer

         Zuckerfabrik zum Rittergut

         gehörig (ehem. LTA - Gelände)

1865  Bau der Ostbahn Berlin - Küstrin - Königsberg, Golzow erhält ein

         Bahnhofsgebäude
         Am Bahnhof gibt es eine Kohlen- und Holzablage. Von hier

         werden Fabriken und Ziegeleien mit Brennstoffen versorgt.

1. Juli 1865   Golzow erhält eine Post-Expedition; Expediteur:

          Gastwirt Thiede

5. Jan. 1868  Post-Expedition zum Bahnhof als Postamt verlegt

          Postverwalter: Rudert

1868   die Bahnhofsstraße wird gebaut

1871   Einwohner zum Dorf gehörig: 1545
          zum Rittergut gehörig: 512
          zum Etablissement Hohen Busch: 12

1872/73 Gründung der Malzfabrik an der Tuchebander Chaussee

          Besitzer W. Kleine und Amtsrat von Rosenstiel (Gorgast)

1. Jan. 1873  im Dorf gibt es eine Postagentur;

         Inhaber: Ortserheber Krell
        das Postamt am Bahnhof und die Postagentur im Dorf sind

        durch Telegraphenbetrieb verbunden

1873  das Gut besitzt eine Brennerei
         im Dorf gibt es drei Windmühlen; Besitzer: Fr. Weber, Ochs,

         Reetz

1. Okt. 1874  Eröffnung eines Standesamtes, betreut von

        Apothekenbesitzer Wilhelm Litzig,

        Stellvertreter: Kaufmann Otto Goldbach, der ab 1880 auch

        das Amt eines Fleischbeschauers inne hatte

1875 Eröffnung des Chausseehauses an der Gorgaster Chaussee

16. Dez. 1876 Gründung des Gesangsvereins
         kurzzeitig existierten zwei Fechtvereine, die Arme mit

         Geldmitteln unterstützen wollten 1877  die in natura

         abzuliefernden Reallasten sind zunächst in Roggenrente und

         1877 in Rentenbriefe verwandelt worden

1884/85  Bau einer Zuckerfabrik, dem Rittergut gehörig
         Dirigenten: Piper, Schöpke, Kopp, Renneberg
         Buchhalter: Albert Bartz

1. Dez 1884    Gründung eines Krankenvereins (ländliche

         Ortskrankenkasse)
         am Bahnhof gibt es eine Verpflegungsstation für arme

         Reisende, sie befindet sich beim Gastwirt Otto,

         Anweisungsbeamter ist Rechnungsführer Staar

11.Sept. 1895 Im Dorf herrscht Scharlachfieber. Die Schule bleibt

          bis zum 4. November geschlossen.

         Während dieser Zeit sind über 70 Krankheits- und 11

         Todesfälle vorgekommen.

1900  In Golzow gibt es 140 Häuser im Dorf, 14 Häuser im

         Rittergut
         4 Getreidemühlen, 1 Malzfabrik, 1 Pflugfabrik,

         1 Zuckerfabrik.
         Vom 19. Jahrhundert an gab es in Golzow den Großgrundbesitz,

         dessen mächtigster Pfeiler das Rittergut war, dem folgten die

         Großbauern, eine beträchtliche Anzahl von Mittel- und

         Kleinbauern sowie mehrere Kleinpachten. Das Rittergut war ein

         vielseitig ausgerüsteter Großbetrieb.

1902/1903         Anzahl der Schüler: 222             Anzahl der Lehrer: 4

Klasse                Knaben                 Mädchen               insgesamt

1                         30                          21                               51

2                         21                          32                               53

3                         24                          25                               49

4                         29                          40                               69

 

1. Dez. 1905   Volkszählung:
Gemeinde Golzow              1165 Einwohner
Gut Golzow                         455 Einwohner
Gut Annahof                          33 Einwohner
                                         1653 Einwohner

1906  Der eingewanderte Holländer van Spronsen beginnt mit dem

         Gemüseanbau im benachbarten Gorgast, der alsbald auch nach

         Golzow übergriff.

21. Aug. 1908 Grundsteinlegung für das Pfarrhaus

1. Dez. 1910   Volkszählung: 1315 Einwohner

24. Dez. 1911 Eröffnung der Oderbruchbahn mit 100 km Gleislänge, die

         von Wriezen aus sehr kurvenreich viele Orte entlang der Oder

         berührte, die Zuckerfabrik Voßberg und den Hafen

         Großneuendorf erreichte und bei Dolgelin in die Höhe stieg, um

         dann ebenso kurvenreich an Seelow vorbei bis Fürstenwalde

         und Müncheberg fuhr. Der schwache Gleisoberbau ließ nur

         geringe Lasten und ein gemütliches Tempo zu. Da die

         Bahnstrecke im II. Weltkrieg mitten im Kampfgebiet lag, wurde

         sie stark zerstört. Ihre komplette Wiederherstellung dauerte bis

         zum Jahre 1949. 1966 wurden die meisten Streckenabschnitte

         stillgelegt, weil die Bahn zu langsam ist und sich eine

         Rekonstruktion nicht rentiert.
        Auf Grund der Nähe zu Berlin und der günstigen

        Verkehrsbedingungen wird Golzow schon zu Anfang des

        Jahrhunderts Gemüselieferant für Berlin.

1. Aug. 1914   Mobilmachung 1. Weltkrieg
Die Mobilmachungserklärung vom 1. August wurde auch hier mit

Begeisterung aufgenommen. Eine größere Anzahl von Freiwilligen

meldete sich in unserer Gemeinde zu den Waffen. Mitt- wochs

wurden regelmäßig Kriegsbetstunden abgehalten. In der Zeit vom

4. bis 8. Mobilmachungstage wurde hier eine Munitions kolonne für

das 5. Artillerie-Regiment zusammengestellt. Im Oktober wurden

zwei Kompanien vom Landwehr-Regiment 48 nebst Bataillonsstab

hier einquartiert. Vom 28. Okt. bis 9. Nov. Wurde das Bataillon

nach Sonnenberg verlegt.

 

1920 - 1922  Erbauung der Heimstätten-Siedlung am Bahnhof Golzow

1928  Das Rittergut umfasst eine Betriebsfläche von 967,5 ha, das

         sind 55,9 % der Gemarkung. Zum Gute gehören

         Speicheranlagen, 1Stellmacherei , 1Schmiede, 1Gärtnerei,

         1Schrotmühle, 1Brennerei und eine 1864 erbaute Zuckerfabrik.

1933  Der Besitzer der Rittergutes war jüdischer Abstammung und

         emigriert 1933 nach England.
         Das faschistische Deutschland beschlagnahmt das Land und

         verkauft einen Teil der landwirtschaftliche Nutzfläche des

         Rittergutes für Siedlungen an Bauern (Baggersiedlung).

1937  wird das Rittergut Eigentum des Hauses von der Schulenburg.

1939  gibt es etliche land- und forstwirtschaftliche Betriebe: 2 mit über

         100 ha, 22 mit 20 - 100 ha, 15 mit 10 - 20 ha, 6 mit 5 - 10 ha,

         36 mit 0,5 - 5 ha

Bis 1945  gab es in Golzow: 3 Fleischer, 3 Bäcker,

         1 Industriewarenladen, 1 Tischler, 1 Stellmacher, 1 Schmied,

         2 Gärtner, 3 Mühlen, 3 Schlossereien, 3 Schneider,

         1 Damenschneiderin, 1 Textil- und Konfektionsgeschäft,

         1 Apotheke, 2 Ärzte, 2 Zahnärzte, 1 Krankenschwester,

         4 Schuhmacher, 1 Postamt, 5 Gaststätten.

31.01.1945 Nachmittags um 16 Uhr entzündete zum ersten Mal der

         Krieg auch in Golzow seine Fackeln.

         Der in Golzow stationierte Major der Luftnachrichtenabteilung

         5 ließ die von der Luftwaffe eingerichteten Betriebe in der

         Mälzerei am Bahnhof und in der ehemaligen Zuckerfabrik

         sprengen.
         10 000 Zentner Getreide, die in der Mälzerei lagerten, wurden

         dabei vernichtet.

05.02.1945  Golzow wurde von der Zivilbevölkerung geräumt.

         Frauen, Kinder und alte Leute wurden zunächst nach Trebnitz

         und später nach Mecklenburg gebracht. Etwa 50 Männer blieben

         zurück und sorgten noch weiter für Ordnung, soweit dies in dem

         einsetzen den Auflösungsprozess möglich war. In den letzten

         Wochen des II. Weltkrieges tobte im Oderbruch eine grausame

         Schlacht.

         In Golzow waren 76 % aller Gebäude vollständig zerstört, die

         restlichen stark beschädigt. Die Straßen waren aufgerissen und

        von Trümmern blockiert, in der gesamten Gemarkung gab es

         eine große Anzahl Granat- und Bombentrichter, Schützenlöcher

         und Unterstände, überall lagen zerstörte Autos, Panzer, Waffen

         und Kadaver herum. Zurückgelassene Munition und gelegte

         Mienen schworen Gefahren herauf. Die Nutzbarmachung der

         Felder und Äcker kostete 1945 infolge der erwähnten Gefahren

         31 Golzowern das Leben. Im Juli / August 1945 stirbt fast täglich

         ein Mensch an Typhus.

08.05.1945  Gegen Abend kehrten die ersten Golzower wieder heim.

         Insgesamt waren es 5 Männer, 8 Frauen, 4 Jugendliche und 10

         Kinder. Weitere 60 Personen folgten am 12.05.1945.

         Am 20.05. zog der Bauerntreck wieder ein und erhöhte die

         Einwohnerzahl auf 150. Am 01.01.1946 zählte Golzow 906

         Einwohner. Über die Anzahl der Kriegstoten und Vermissten gibt

         es keine Angaben, da viele Umsiedler nicht mehr in den fast

         völlig zerstörten Ort zurückkehrten. Geschätzt wurden 110

         Gefallene.
         Nach dem Krieg machte sich der Tierarzt Dr. Paech als

         Humanmediziner verdient.

1946   hat Golzow 1217 Einwohner
         Mit der Durchführung der demokratischen Bodenreform wurden

         insgesamt 748,8 ha enteignet und an Neubauern, landarme

         Bauern, Handwerker, Arbeiter und Angestellte aufgeteilt.
         Bildung der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB)

2. Sept. 1946    Eine Zentralschule wird eingerichtet.
        Anzahl der Schüler: 356
        davon aus Golzow: 237
        aus Gorgast: 92
        aus Neu Tucheband: 27
        Unterrichtet wird von 7 Lehrern in der 1834 eingeweihten Schule.

März 1947      Hochwasserkatastrophe
        Nach einem langen strengen Winter setzte im Frühjahr das

        Tauwetter ein. Gewaltige Eismassen versetzten sich in der Nacht

        zum 22. März bei den Deichkilometern 14,8 und 16,1 zwischen

        Reitwein und Neumanschnow. Eine 3 - 4 km lange und mehrere

        Meter hohe Eisbarriere baute sich auf. Nachdringende

        Wassermassen überfluteten den Oderdamm an zwei Stellen in

        einer Breite von etwa 100 m.

        Die scharfkantigen Eisschollen schälten den Damm innerhalb von

        3 Stunden auf eine Schadstelle von 1000 Metern Breite ab. Die

        Flut ergoss sich mit einer Geschwindigkeit von 8 km/h über das

        Land. Sofortige Evakuierungsmaßnahmen wurden eingeleitet.

        Innerhalb eines Tages stieg der Wasserstand um 4 Meter über

        Normal, was je nach Lage 1 bis 3 Meter über den Erdboden

        betrug.

        Im April fiel der Wasserstand, Anfang Mai konnten die Bewohner

        wieder zurückkehren.

        Die Oderbruchbewohner standen vor unermesslichen

        Verheerungen.

1949 Gründung einer Maschinen-Ausleih-Station (MAS)

1951 Die MAS und ihr Inventar wurde Volkseigentum und in eine MTS

        umgewandelt.
        Es wurden neue Arbeiterhäuser gebaut; u. a. der sogenannte

        Achterpott.

1952 Einweihung des Kulturhauses der MTS

21. Okt. 1952  Gründung der LPG "Einheit" (Typ I) mit 10 Mitgliedern

        und 56 ha landwirtschaftliche Nutzfläche

1953 wurde aus der 8-klassigen Grundschule eine 10-klassige

        Mittelschule.

1957 wurde von 103 Genossenschaftsbauern bereits die Hälfte der

        landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschaftet.

1959 Arthur Klitzke wird Vorsitzender der LPG "Einheit".

1959 - 1961 Bau der Polytechnischen Oberschule Golzow, die über

        Fachkabinette, Turnhalle, Schulschwimmbecken und Aula verfügt,

        Schlüsselübergabe am 24.02.1961
        Diese Schule war eine der ersten Schulen in der DDR, die die

        Polytechnik durchsetzte.

1960 Golzow wird vollgenossenschaftlich (LPG Typ III).
        Die LPG "Einheit" bewirtschaftet 1550 ha Land und hat 242

        Mitglieder.

1960 Das Sägewerk (ehemals Hempel) hat 26 Beschäftigte, die PGH

        Maler hat 42 Beschäftigte.

1960/61 Bau einer Kinderkrippe und eines Kindergartens, mit

        Aufnahmekapazitäten (1985) von 40 und 80 Plätzen

1961 Filmbeginn zum 1. Film über die Kinder von Golzow "Wenn ich erst

        zur Schule geh"

1961 - 1962 Bau des Heizhauses mit Lehrschwimmbecken

1963 Zwei 30-WE-Blöcke werden gebaut - erste Einzüge am

        08.05.1963.

1964 1286 Einwohner in Golzow

1965 hat die LPG "Einheit" 412 Mitglieder, die 1616 ha l

        andwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaften.
        Golzow schließt einen Freundschaftsvertrag mit dem Kabelwerk

        Köpenick; die Arbeiter des Kabelwerkes helfen der LPG bei der

        Ernte.

1968  Bau der Sonderschule, die bis dahin im alten Schulgebäude

         untergebracht  war.

1970  Fertigstellung des 36-WE-Neubaublocks

1973  Gründung der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP)

Im Okt. 1974 wird der Oberschule Golzow der Name "Paul Papke" (erster

        Landrat nach dem Krieg) und der Sonderschule der Name "Peter

        Göring" verliehen

26. Febr. 1975 Gründungsversammlung der LPG Pflanzenproduktion

        "Einheit"

14. Apr. 1975  Pflanzen- und Tierproduktion werden getrennt und bilden

        von jetzt an eigenständige Betriebe. Die LPG (P) übernimmt den

        Namen "30. Jahrestag des Sieges".
        Hauptproduktionszweige der LPG (P) sind Getreideanbau,

        Gemüseanbau (900 ha) und Feldfutter für die Tierproduktion.

1975 Eröffnung des neuen Kulturhauses (Saal mit 600 Plätzen), Büro-

        und Sozialgebäude der LPG, später Erweiterung (1982) mit

        Kegelbahn und Gaststätte "Bauernschänke"

1976 Errichtung eines Trockenwerkes mit 2 Getreidesilos

        (Lagerkapazität je 3500 t),

        Poduktionsbeginn 5. Mai 1976; 1982 Erweiterung zum

        Mischfutterwerk

1977 Der alten Pferdestall mit Speicherboden vom Rittergut wird

        zum Lehrlingswohnheim für 72 Lehrlinge durch die LPG

        umgebaut

1977 gab es in Golzow 15 Betriebe und Einrichtungen, 2 Gaststätten,

        1 Zweigstelle der Kreissparkasse, und 8 private Handwerker und

        Gewerbetreibende

1977 Gründung eines Karnevalvereins, der bis heute existiert und

        zweimal jährlich närrische Feste veranstaltet.

1978 Bau und Fertigstellung einer Arztpraxis mit Fachärztin für

        Allgemeinmedizin,

        Frau Dr. Marion Runge, und Zahnärztin, Frau Dr. Karin Hölzken.

1978 Besuch von Yasser Arafat in Golzow

1983 Anzahl der Schüler der Oberschule: 305, 24 Lehrer, 1 Pionierleiter,

        5 Erzieher, Anzahl der Schüler der Sonderschule: 296, die aus 62

        Orten des Kreises Seelow kommen, 40 Lehrer, 19 Erzieher,

        1 Pionierleiter, 2 Logopäden

1983 675-Jahrfeier mit historischem Festumzug, der die Geschichte

        Golzows verkündet

31. Mai 1984 Kim Il Sung, Generalsekretär des ZK der PdAK und

        Präsident der KDVR der besichtigt die LPG Golzow. Arthur Klitzke

        ist seit 1959 Vorsitzender der LPG.

        Er hat den fruchtbaren Oderbruchboden zu nutzen gewusst: die

        LPG steigerte jährlich die Erträge und wurde größter

        Gemüselieferant im Oderbruch. Sie wurde Vorzeigeobjekt für viele

        in- und ausländische Staatsdeligationen und war praktische

        Ausbildungsstätte für Studenten von Fakultäten und

        Universitäten.
        Arthur Klitzke trug mit seinem Leitungskollektiv 1984

        Verantwortung für 7307 ha Ackerland von 7 Gemeinden.

        Die LPG beschäftigte 594 Genossenschaftsmitglieder. Mehr als 3

        Jahrzehnte leitete er die LPG. Er hat großen Anteil an der

        Dorfentwicklung (Kulturhaus mit LPG- Verwaltungsgebäude,

        Kaufhalle, mehrere Wohnblöcke, Eigenheim für LPG-Mitglieder,

        Arztpraxis, Straßen u. v. m.)

27. Sept. 1984  Willi Stoph, Mitglied des Politbüros des ZK der SED und

        Vorstitzender  des Ministerrates der DDR, zeichnet die LPG Golzow

        mit dem Karl-Marx-Orden aus.

1984 Sonderschule zieht nach Seelow um

Am 2.12.1985 eröffnet das Landeinkaufszentrum mit BHG.

24.03.1986 Die Golzower bekommen eine Sparkasse.

1992 schließen sich 12 Gemeinden mit ca. 7.000 Einwohnern zum Amt

        Golzow zusammen.
        Zum Amtsbereich Golzow gehören: Alt Tucheband, Bleyen,

        Buschdorf, Friedrichsaue, Genschmar, Golzow, Gorgast, Zechin,

        Hathenow, Küstrin-Kietz, Manschnow, Rathstock.

1993 Eröffnung des EDEKA-Marktes, Inhaber M. Riegel

Sept. 1996 1. Sonnenblumenfest in Golzow - wird zur Tradition und kürt

        jährlich seine Sonnenblumenkönigin am 1. Septemberwochenende

1997 Abriss des Heizhauses und des Schulschwimmbeckens

Juli - Aug. 1997 Hochwassergefahr im Oderbruch
        Nach sinnflutartigen Regenfällen Anfang Juli am oberen Lauf der

        Oder (Tschechien) und nachfolgenden Überschwemmungen

        großer Landstriche in Tschechien, Slowakei und Polen erreicht die

        Flut am 17. Juli Brandenburg. Am 23. Juli schwemmt eine 2.

        Flutwelle den Deich bei Brieskow-Finkenheerd auf 115 m Länge

        weg.

        Ein 2. Deichbruch bei Aurith am 24. Juli überschwemmt die

        Ziltendorfer Niederung. Nach einem Abrutsch des Deiches bei

        Hohenwutzen verhindern  tausende Soldaten tagelang mit

        Sandsackstützen einen Deichbruch.  Am 30. Juli rutscht der Deich

        erneut ab, 14 500 Menschen im Oderbruch werden aufgefordert,

        sich in Sicherheit zu bringen. Am 31. Juli rutscht bei

        Reitwein der Deich auf einer Länge von 300 m ab. Doch die Helfer

        halten die Dämme weiter.

        Ab 1. Aug. bleiben die drei gefährdetsten Deichabschnitte im

        Oderbruch unter Kontrolle. Die Pegelstände sinken langsam.

        Durch Drainage-Technik werden die völlig aufgeschwemmten

        Dämme entlastet.

        Am 9. August 1997 dürfen die Bewohner des Oderbruchs offiziell

        in ihre Dörfer zurück.

1997 gibt es in Golzow 6 Vereine

Okt. 1997 Die ersten Bäume zur Dorfverschönerung und zur

         Wiederbepflanzung des Gutsparkes, der nach 1945 für

        Feuerholzgewinnung nach und nach abgeholzt wurde, werden

        gepflanzt.

1998 Der alte Getreidespeicher, das letztes Überbleibsel vom Rittergut,

        wird abgerissen Mai 1998 Bau eines neuen Feuerwehrhauses

12. Sept. 1998  Eröffnung des Spielplatzes auf dem Schulgelände

1998  Golzow erhält ein neues Wappen mit altem Motiv

1998/99  In diesem Schuljahr werden 463 Kinder unterrichtet; ein Jahr

        später sind es nur noch 418 Schüler

1999  Umbau der Schulungsräume des Lehrlingswohnheims der

         Landwirtschaft  Golzow Betriebs-GmbH zum Gemeindezentrum.
         Beginn der Modernisierungs- und Umbauarbeiten am Kulturhaus.

1999/2000  sind in Golzow 29 Gewerbe ansässig

07. April 2000  Eröffnung der Scater-Bahn

17. Mai 2000   Einweihung des Gemeindezentrums, das Vereinen die

          Nutzung eines großen und eines kleinen Raumes bietet sowie

          zwei Büroräume

01. Sept. 2000  Beginn der Erneuerungsarbeiten am Dorfplatz und

         Gestaltung eines Festplatzes an der Golzower Schule


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09.09.2017
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