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Alt Tucheband

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Im Jahre 1336 wurde Alt Tucheband das erste Mal urkundlich erwähnt. Nach der Urkunde vom 09.05.1336 trat der Magistrat der Stadt Frankfurt (Oder) das Eigentum an den Markgrafen Ludwig von Bayern tauschweise gegen das Eigentum Reitwein ab. Von alters her besitzt der Ort eine Kirche, einen Rittersitz und einen Lehnschulzen. 1355 waren die Vettern Henning und Otto von Haken Besitzer des Dorfes. 1401 erhielt der Bischof von Lebus die Nutzungsrechte am Dorf. 1456 kaufte die Familie von Schapelow Land und hatte bis 1541 das gesamte Ackerland inkl. einer Windmühle in ihrem Besitz. Im Jahr 1400 wird von einer wüsten Dorfstätte Hackenow gesprochen, die sich 1405 im Besitz der Familie Schapelow befand. Um 1450 wird der Johanniter Orden Eigentümer. Hackenow gehörte zur Komturei Lietzen und wurde als Vorwerk neu angelegt. 1601 fand in Tucheband ein Hexenprozess statt, bei dem Gertrud Paul wegen Zauberei und anderen Übeltaten verbrannt wurde. Von 1618 bis 1648 tobte der Dreißigjährige Krieg, der dem Ort erheblichen Schaden brachte. 1634 bis 1636 starben hier und in der Umgebung etwa 12.000 Menschen an der Pest. 1663 kaufte Max von Schlieben, Commentater zu Lietzen das Gut Tucheband. Nach Vermählung seiner Tochtet mit dem Grafen von Kamenke kamen die von Schliebischen Güter an die gräflich von Kamenkesche Familie. Mit dem Bau der kürzesten West-Ost-Verbindung im Jahre 1787 verlief die Heer- und Handelsstraße durch Alt Tucheband. 1797 ging das Gut durch Kauf an den Erb- und Gerichtsherrn auf Ehrenberg, Herrn von Bornstaed über. Im Sommer 1800 brannte fast der ganze Ort, auch die Kirche, ab. Während der Napoleonischen Kriege, 1806 bis 1813 , hatte der Ort viele Einquartierungen von durchziehenden Truppen. Bei jedem Mal wurde das Dorf geplündert. Der Pfarrer C.G. Fleischfresser berichtete, dass 7.000 Mann und 65 Kanonen, die bei einem Male durch Tucheband nach Cüstrin zogen, sämtliches Kircheninventar mitnahmen und alle Leitern stahlen, um die Küstriner Festung zu stürmen.1814 erstand der Kommissionsrat Gilbert das Gut Tucheband. Hofdienste wurden durch Dienstgelde angelöst. Er gab 1696 Morgen von den Volksländereien in Erbpacht aus. Damit entstand 1815 die neue Kolonie, Etablissement Tucheband, später Neu Tucheband genannt. 1820 kaufte der damalige Syndikus, spätere Bürgermeister von Berlin, Ludwig Wilhelm Rehfeld das Rittergut Tucheband zu, in dessen Familienbesitz es sich bis 1896 befand. 1864 entstanden eine Brennerei, eine Sirup- und Stärkefabrik, eine Ziegelei und eine Zuckerfabrik. Die günstigen wirtschaftlichen Verhältnisse des Dorfes gestatten 1862 den Neubau einer Kirche, einen neugotischen Backsteinbau. 1896 übernahm der "Alte Amtsrat" Schmelzer das Gut Tucheband. Die Schmelzers waren die letzten in der langen Reihe der Rittergutsbesitzer. Sie hatten einen Besitz von 400 ha Land in Tucheband. Dem gegenüber bewirtschafteten 19 Bauernfamilien 448 ha Land. 1911 erfolgt der Bau der Oderbruchbahn. 1928 wird der Gutsbesitz Hackenow mit Alt Tucheband vereinigt. 1929 wird der Ort als Ortsteil von Alt Tucheband genehmigt. Der I. Weltkrieg kostete 38 Männern aus Tucheband das Leben. Zum Ende des II. Weltkrieges wurde der Ort am 05.02.1945 evakuiert und bei den Angriffen auf die Seelower Höhen zu 95 % zerstört. Durch die Verordnung über die Bodenreform vom 06.09.1945 wurden 652 ha Land und 6 ha Wald an Landarbeiter, Landarme, Kleinpächter und Umsiedler aufgeteilt. 400 Umsiedler hausten in Kellern und Erdlöchern. Die Bestellung ohne Zugtiere war äußerst mühselig. 1946 wurde die VdgB gegründet und damit kam der erste Traktor, ein alter Bulldog. Am 22.03.1947 brach der Oderdamm. Die Menschen flüchteten vor den Fluten. Der Ort war vom Wasser umschlossen. Ca. 100 m vor dem Ortsschild blieb das Wasser stehen. Die Not wurde durch das Wasser noch größer. 1952 wird die LPG "Befreite Erde" gegründet. 1955 erfolgt der Bau des Wasserwerkes, das auch die umliegenden Dörfer mit Trinkwasser versorgt. 1965 wird der 24er Wohnblock gebaut. Großflächige Meliorationsarbeiten auf den Ackerflächen, die Begradigung von Gräben und der Bau von Wirtschaftwegen sind die Grundlage der künftigen Bewirtschaftung des fruchtbaren Landes. 1966 endet die Amtszeit des letzten Bürgermeisters in Neu Tucheband. 1970 wird der Kleinbahnbetrieb eingestellt. Die Schule in Alt Tucheband wird geschlossen. 1973 entsteht eine neue Verkaufseinrichtung und eine Gaststätte, 1977 die Sauna. 1991 tritt die Gemeinde der Verwaltungsgemeinschagft Golzow und 1992 dem Amt Golzow bei. 1996 wurden der Dorfplatz um die Kirchruine neu gestaltet und die Parkanlagen saniert. 1999 wurde das Haus am Park rekonstruiert und im Jahre 2000 das Landhaus an der alten Heer- und Handelsstraße eröffnet. Die Gemeinde Alt Tucheband besteht heute aus den Ortsteilen Alt Tucheband, Hackenow und Neu Tucheband.